Mit den Anderswäldern zu leben ist echt aufregend und ich habe schon viel mit ihnen erlebt. Heute möchte ich euch von einer ganz besonderen Reise mit den Anderswäldern erzählen.
Gerne habe ich die Einladung von Hans und Josefa Hühner aus Körle (Hessen) angenommen, eine Lesung in ihrer Kulturscheune „Grüne Harfe“ zu halten. Schon Tage vorher nervte mich Annomé mit ihren Fragen wie: „Ist heute endlich Samstag? Wie lange fliegen wir bis Körle? Gibt es da auch einen Wald? Gibt es da auch Kuchen?“ Carlotta hatte schon Wochen vorher ihren Speedy trainiert, weil sie auf jeden Fall vor uns in Körle sein wollte. Was natürlich auch ohne Training für Carlotta kein Problem gewesen wäre.
Ein bunter Lichternebel aus Anderswäldern startete mit meinem Mann Karli und mir am 18.06. in Richtung Körle. Carlotta war während unserer Fahrtzeit mehrmals nach Körle und zurückgeflogen. Als sie das fünfte Mal über unser Auto donnerte, fragte sie, wo wir denn bleiben und ob Paul, so heißt mein Auto, eine lahme Schnecke sei oder was. Sie schwärmte von dem schönen Haus und dem ganz besonderen Blumengarten von Josefa und Hans. Und als sie ganz nebenbei auch noch erwähnte, dass sie in der Küche einen Kuchen entdeckt hatte, wurde Annomé ganz unruhig. Immer wieder feuerte sie Paul an, alles zu geben und schneller zu fahren. Als dass alles nichts nutzte sagte sie: „Ich glaube, Carlotta hat recht. Du bist wirklich ne lahme Schnecke.“ In Gedanken sah sie nämlich Josefa mit einem leeren Kuchenteller die sagte: „Tut mir leid, ihr seid zu spät.“ Ihre Mundwinkel zogen sich weit nach unten und sie wurde ganz traurig.
Paul, von dem ich sonst immer ein ruhiges und entspanntes Fahren gewöhnt war, war plötzlich nicht mehr zu halten. Eine lahme Schnecke zu sein, dass wollte er nicht auf sich sitzen lassen und gab Gas. Die Landschaft flog nur so an uns vorbei. Aber nicht lange, denn plötzlich blitzte etwas vor uns auf. Sofort wurde heftig abgebremst. Als wenn das  noch etwas genutzt hätte. Annomé rief ängstlich: „War das Ogelot?“ (Ist ein böser Zauberer)
„Viel schlimmer“, sagte ich genervt.
„Was ist denn schlimmer als Ogelot?“ fragte Annomé.
Ich antwortete: „In einer Baustelle auf der Autobahn mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt zu werden.“ Ich erklärte Annomé was ein Knöllchen ist und dass wir dafür bestimmt viel Geld bezahlen müssen. Sie meinte, Geld sei doch nicht so wichtig. Für sie wäre es echt eine Katastrophe, wenn wir zu spät kämen und es keinen Kuchen mehr geben würde.
„Aber für das Knöllchen-Geld könnten wir jede Menge Kuchen kaufen“, erwiderte ich.
„Hmm“, sagte Annomé und wurde nun doch etwas nachdenklich.
Zur Begrüßung gab es einen leckeren Erdbeerkuchen. Annomé war ganz aus dem Häuschen vor Freude, dass es doch noch Kuchen für sie gab, trotz Schnecken-Paul.
Nach dem Kaffee trinken zeigten uns Hans und Josefa etwas ganz Besonderes. Sie wanderten mit uns zum „Grünen See“, ein wahrlich magischer Ort. Wir und auch die Anderswälder waren ganz begeistert von diesem bezauberndem Fleckchen Erde.
Josefa hatte die Kulturscheune für die Lesung passend zum Anderswald wunderschön dekoriert. Das hat den großen und kleinen Zuhörern genauso gefallen wie den Anderswäldern.
Es war ein ZAUBERhaftes Wochenende. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Josefa und Hans Hühner für ihre Gastfreundschaft und ihr Engagement für den Anderswald.