Das geheimnisvolle Amulett

Leseprobe

Meelan trug ständig sein Amulett, denn damit fühlte er sich beschützt und geborgen. Er hatte das Gefühl, dass das Amulett ein Geheimnis barg, aber er wusste nicht welches.

Eines Tages, er saß mal wieder unter der alten Kastanie, passierte es. Er hatte das Amulett fest mit seiner rechten Hand um­schlossen und drückte es an sein Herz. In Gedanken versunken fuhr er mit einem Finger die Konturen der Lichtsternblume nach und dachte an seine Mutter. Wer war sie, wie sie wohl aussieht, und wo mag sie jetzt sein?
Dann geschah es. Die Lichtsternblume auf dem Amulett begann zu leuchten. Erst schwach und dann immer stärker. Ein grünes, gelbes und himbeerfarbenes Licht erstrahlten. Das Licht trat zwischen Meelans Finger hindurch und wurde immer intensiver und größer, bis es ihn komplett eingehüllt hatte.
Ein warmes Gefühl durchströmte sein Herz. Was passierte hier? Meelan erschrak. Aber auch mit ihm geschah etwas.
Ein Kribbeln ging durch seinen ganzen Körper, jede Zelle in ihm zitterte. Wo er sich sonst immer so leicht gefühlt hatte, ja, er war ein Elf und konnte sogar fliegen, wurde er jetzt immer schwerer und schwerer. Meelan sprang auf und ließ das Amulett los. Sofort erlosch das Licht der Lichtsternblume wieder.
Aber die Schwere war geblieben. Er fühlte sich, als wenn er mit Blei gefüllt wäre. Aber damit nicht genug. Ein Wanderer kam des Weges und fragte ihn, ob er wüsste, wie weit der nächste Ort entfernt ist. Meelan verstand die Welt nicht mehr. Wieso konnte der Mann ihn sehen? Er war ein Elf und feinstofflich. Noch nie hatte ein Mensch ihn oder die anderen Elfen sehen können.
Dies haben sie immer wunderbar nutzen können, um den Menschen kleine Streiche zu spielen. Was war geschehen? Meelan stotterte etwas und lief davon. Der Mann schaute ihm kopf­schüttelnd hinterher und ging seines Weges.